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Musicaltheater aquarius e.V. Dresden - Interview mit ei...
Interview mit einem Abgänger E-Mail

INTERVIEW MIT EINEM ABGÄNGER... von Heike Bittner (09/2000)

Was reizt Dich, bei Aquarius mitzumachen?

ich hatte mich eigentlich bei Aquarius gemeldet, um als Techniker(Ton/Licht) mitzumachen.  Nach meinem ersten Gespräch mit Ellen hatte ich Klavierauszug und Textbuch von "Cinderella" unterm Arm, und meine Zeit als Aquarianer begann.  Im Laufe dieser sechs Jahre gab es natürlich immer wieder neue Reize, die dazu bewegten, weiterzumachen.  War es am Anfang noch die Erfahrung, überhaupt auf einer Bühne zu stehen und vor Publikum zu agieren, rückte mit der Zeit die Arbeit an den unterschiedlichen Projekten immer mehr in den Vordergrund.

Welches Projekt war dein wichtigstes und warum?

Bis jetzt war jedes Projekt auf seine Art für mich wichtig.  Bei "Cinderella" konnte ich erste Bühnenerfahrungen sammeln, in "Showbusiness" war mir das Lied "Du bringst mich um den Verstand/Du treibst einen glatt zum Wahnsinn" wichtig.  Für die Produktion "Schrubber, Frack und Puderquaste" und "Ein kleiner Bär mit großen Ohren" habe ich die Lichtpläne entworfen und die Vorstellung technisch realisiert.  In "Der Rotkäppchen-Report" musste ich während des Stückes in die verschiedensten Rollen schlüpfen. Besonders hervorheben möchte ich "todglücklich" und "Der Massagesalon".  Beide Produktionen entstanden in einer besonders intensiven Probenarbeit.  Wurde "todglücklich" vielleicht etwas zu kopflastig und für das Publikum nur schwer zu erschließen, so war die Arbeit an diesem Stück für mich/uns doch sehr spannend.  Die Unterschiedlichkeit der einzelnen Charaktere (Effie Briest, Elisabeth, Momo, Jesus, Adolf, das hässliche junge Entlein, Einer, den keiner kannte) und deren Aufeinandertreffen machten es sehr interessant, dieses Stück zu entwickeln.  Auch der intensive Umgang mit Texten war neu in der Arbeit von Aquarius.  Erstmals traten die Musik, die Lieder in den Hintergrund.  Wir mussten plötzlich sprechen!  In "Der Massagesalon" genau andersrum.  Wir haben konsequent auf Sprache verzichtet und erzählen unsere "Geschichte" ausschließlich mit Liedern. Für mich ist "Der Massagesalon" das stimmigste Werk.  Es machte unheimlichen Spaß, dieses Stück zu entwickeln, es macht genauso viel Spaß, es zu spielen und... es kommt sehr gut beim Publikum an.
Zusammenfassung:    Das Wichtigste ist für mich die Arbeit an den Projekten gewesen.  Das Entwickeln der einzelnen Stücke, zu sehen, wie sie mit der Zeit Gestalt annehmen.  Jeder kann sich einbringen, Vorschläge machen.  Die Arbeit mit der Truppe, das könnte der größte Reiz gewesen sein.

Wie gehst Du mit Lampenfieber um?

Lampenfieber äußert sich bei mir in großer Müdigkeit/Trägheit vor der Vorstellung, so dass ich vor meinem Auftritt immer erst einmal ein paar Kniebeuge machen muss, um meinen Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.  Wenn ich dann auf die Bühne heraustrete und ich habe Partner, ist das Lampenfieber vorbei.  Stehe ich aber allein auf der Bühne, kann es schon einmal passieren, dass mein rechtes Knie anfängt zu zittern.

Sind Schulkonzerte anders als Freiverkaufsvorstellungen?

Es gibt eigentlich keine gravierenden Unterschiede zwischen einem Schulkonzert und einer "normalen" Vorstellung.  Es ist vielleicht am Anfang etwas unruhiger, aber ich denke, wenn es im Schulkonzert Applaus gibt, ist das ehrlicher, als wenn der Zuschauerraum mit Freunden und Familienangehörigen gefüllt ist.

Wie geht's bei Aquarius im nächsten Jahr weiter?

Ja, wie geht es weiter?!  Für viele(auch für mich) ist diese Vorstellungsreihe die letzte bei Aquarius.  Das hat die unterschiedlichsten Gründe.  Ob nun privater oder beruflicher Natur.  Das bedeutet, die Zusammensetzung der Gruppe wird sich stark verändern.  Aber ich bin guter Hoffnung, dass es weitergehen wird mit Aquarius.  Es wird neue Verantwortlichkeiten geben.  Es werden neue Mitglieder dazustoßen, die diesem Verein ein neues Gesicht geben werden.  Ich drücke allen die Daumen und werde aufmerksam verfolgen, wie es weitergeht mit dem Jugend- Musical- Theater "Aquarius" e.V..

Vielen Dank Aquarius, dass ich dabei sein durfte!
Frank